Der Experte wird’s schon richten…

expertentumWann immer eine Frage von Wikipedia nicht beantwortet werden kann, braucht es in germanischen Bürogemeinschaften einen Experten. Überall sonst auf der Welt kann so ein Experte auf zahlreiche Arten und Weisen diese höheren Weihen erhalten. Hier nicht. Obwohl, ganz so extrem sind wir hierzulande dann auch wieder nicht. Wenn man sich nur oft genug auf Fachmessen und Kongressen herumgetrieben hat, den einen oder anderen Artikel zu einem Thema auf irgendeiner Plattform veröffentlicht konnte oder gar einen Verlag gefunden hat, ja dann darf man auch irgendwann mal aufs Podium und so richtig verbal Gas geben.

Einmal auf dieser Bühne gestanden, steht dem frischgebackenen Experten dann die Welt offen. Er kommt und wenn er noch jung ist, wird die Frosch-Perspektive zur neuen Ich-Perspektive und aus dieser Sicht der Dinge das Nonplusultra allen Seins. Es gibt einen neuen Trend in unserer von Experten überschwemmten Gesellschaft: Scheiß auf wissenschaftliche Auswertungsverfahren. Mach’ einfach eine Online-Umfrage auf Twitter und wenn zwei Follower sich mit einer halbseidenen Antwort melden, hast du deine Erhebung für deine sowieso alles bestimmende und prägende These zusammen.

Als Teil einer fein aufeinander abgestimmten Bürogemeinschaft steht man plötzlich vor so einem Egomanen und fragt sich: „Warum konnte ich meinen letzten Rest Selbstbewusstsein nicht aus dem Nachtschränkchen kramen und auch so auf die Jacke klopfen wie dieser Spinner?“

Ganz ehrlich, wenn mir noch ein Experte was vom Hut erzählt, klopp ich dem seine Kaffeekränzchen-Empirie aus der Jacke, so schnell kann der nicht „Nach meiner Erfahrung“ sagen!

Der Experte wird’s schon richten wa? Nee wird er eben nur in den seltensten Fällen. Bürotypen dieser Welt, spart die Kohle für wichtigere Dinge, wie zum Beispiel ’nen Betriebsausflug oder eine neue Kaffeemaschine…

…is’ doch wahr!

Flurfunk macht den Alltag bunter!

flurfunkNein ehrlich! Ohne Flurfunk wäre doch so mancher Bürotag total öde. Einige Unternehmen setzen ja voll auf diese ganz besondere Form der internen Kommunikation. Andere Firmen wiederum versuchen alles, um diesen Austausch von Halbwissen zu unterbinden. Ich bin der Meinung, ohne Flurfunk hätten wir alle nur halb so viel zu lachen.

Die meisten Informationen sind relativ harmlos. Da werden diverse Wissensstände auf ein nur allzu banales Niveau reduziert, ja geradezu verstümmelt und dann in mühevoller Kleinarbeit und durch den Einsatz von „Stille-Post“ wieder zum alten Umfang aufgeblasen. Herauskommt meistens ein giftiges Gemisch aus Information, Halbwahrem und völlig sinnentleertem Stuss. Aber Flurfunk – so weit man ihm nicht mehr Aufmerksamkeit widmet als seinem Morgenkaffee – unterhält, lässt uns lachen, staunen und aufhorchen.

Eine ganze Menge großer Unternehmen setzt sogar auf Flurfunk als Informationskanal. Natürlich sind sich diese Unternehmen der Tatsache bewusst, dass es manchmal überkocht, dieses explosive Informationsgemisch aber es scheint gängige Praxis zu sein. Besser beschissen informiert als gar nicht.

Leider, ja wirklich leider gibt es auch beim Flurfunk unterschiedliche Qualitäten. Und vor allem ganz unterschiedliche Motivationen. Viele Arbeitnehmer haben in der Vergangenheit gelernt, dass man Flurfunk auch für die eigenen Zwecke einsetzen kann. Es gibt also auch „bösen“ Flurfunk, zielgerichteten Flurfunk und jede Menge niedere Absichten.

Wer sich gut unterhalten will und daran glaubt, dass der Marienhof auch in der Realität existiert, genießt jeden Bürotag mit einer gehörigen Portion Flurfunk täglich aufs Neue. Ich gehöre zu dieser Gruppe von Arbeitnehmern. Reißt eure Türen auf und lauscht den nuschelnden und flüsternden Bürogenossen. Wie sie sich das Maul zerfetzen, Entscheidungen aus der Führungsetage in Frage stellen und über die Umbaupläne ihrer Abteilung spekulieren.

Sucht nicht den Flurfunk – er findet Euch!

Immer diese analogen Nerds

fussball

Eigentlich müsste ich ja heute wieder über das Wetter bloggen. Fühle mich angeschlagen und verspüre eine leichte Herbstdepression aber ich habe eine mir selbst übertragene Aufgabe übernommen und dieser will ich pflichtbewusst nachkommen. Deswegen heute: Fußballfans in der Kippenpause. Vorweg: Fußball ist ein toller Sport, viel Bewegung, viel Gefühl und sehr viel Geld im Spiel. Tolle Sache aber wenn ich neben meinen bierbäuchigen und selbstdrehenden Raucher-Kollegen stehe, geht mir langsam die Hutschnur hoch!

Man muss in Deutschland gar kein Fußballfan sein. Wenn man nur häufig genug mit Fußballfans zusammenkommt, weiß man in relativ kurzer Zeit alles über diesen Sport. Uuund man fragt sich, wann endlich der erlösende Anruf für Kollegen XY aus Frankfurt kommt und er endlich Cheftrainer der Nationalelf werden kann. Was die alles wissen!

Es scheint so eine Art Anti-Bürodemenz-Training zu sein. Jedenfalls wissen die aus jeder Bundesliga-Mannschaft die Spielernamen (jepp, auch aus der 2. Bundesliga). Dabei ist das ja nicht so schwer. Eigentlich muss man nur nuscheln können und dann ganz schnell solche Namen wie Triewitsch, Bolldytsch, Komaromawitsch und all die anderen Fantasiespieler in die Runde werfen. Da nie alle gleichzeitig den Kicker ausgelesen haben, wirst du immer anerkennende Blicke erhaschen können, wenn du zusätzlich einwirfst, dass dieser völlig unverständlich ausgesprochene Spieler gerade frisch aus der Ukraine eingekauft wurde – für ‘n Appel un’ ‘n Ei!

Ja, sie sind die wahren Architekten dieser lukrativen Sportart. Sie wissen, warum der Ball sich nur in die für ihn vorbestimmte Richtung drehen kann. Sie sind Experten! Schließlich kicken sie selbst nach Feierabend noch 30 Minuten in der “Soccerhall”. Ihre Adipositas, ihre Kurzatmigkeit und ihr Hang zu fetten Speisen ist hier nicht hinderlich. Im Gegenteil! Der Körper wird härter, wenn er gegen all diese Unwägbarkeiten kämpfen muss und dann haben sie es sich am nächsten Tag in der Kippenpause verdient. Verdient, über Rummytsch, Kaschokov und Rolldinger (oh, ich pokere jetzt aber hoch) zu lästern: “Wie der wieder im Tor gestanden hat, dieser Versager hält aber auch nix” (kleine Anmerkung: Tormänner sind sehr beliebt, weil diese Rolle gerne selbst von den Kippenpausen-Experten in ihren Kickerrunden eingenommen wird…).

Wisst ihr, ich hätte da nix dagegen. Wenn diese Kippenpausen-Störkräfte nicht im gleichen Atemzug gegen diese “seltsamen Internetspinner” wettern würden, wenn sie den wahren Nerds nicht immer ihren Tunnelblick vorhalten würden, könnte ich mit diesen Idioten friedlich koexistieren. Da sie aber selbst in einem fetten Glashaus sitzen, kann ich nur hoffen, dass irgendwann in naher Zukunft auch auf Fußballklugschiss ‘ne Steuer erhoben wird.

Deutschland wäre über Nacht so reich, wie Rummytsch, Schokkitsch & Co…

Manchmal muss man einfach kreativ sein!

buerokunstDer Bürotag an sich, hat seinen eigenen ganz subjektiven Rhythmus. Die einen begehen ihn in einer gewohnten Viertelstunden-Unterteilung, die anderen teilen sich den Tag lieber in größere Portionen. Fest steht, dass diese Unterteilung ungemein positiv auf die Produktivität wirkt. (Jetzt kommt mein Lieblingsteil), amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Mensch eine feste Bezugsgröße für die effiziente Nutzung von Zeit haben muss. Nur so kann sich der Mensch in diesen Dimensionen sicher bewegen.

Ich bin der Meinung: Kreativ muss man den Arbeitsalltag begehen. Produktiv und mit einer ordentlichen Sitzung pro Tag (und damit ist kein stickiges Großraumbüro gemeint, in dem mehrere Angestellte wild vor sich hin sabbeln). Da Produktivität und Kreativität sich gegenseitig nicht ausschließen müssen, habe ich dafür Belege gesucht. Und ja! Ich wurde fündig!!!

Die SPD kommt wieder – Muss ja!

bienemaja

Bürotypen dürfen sich ja auch mit Politik beschäftigen. Genau genommen ist es sogar so, dass ich als bekennender Bürotyp Mitglied der SPD bin. Ja, ich weiß. Ich bin einer dieser Exoten. Aber ich verrate euch allen da draußen sicherlich kein Geheimnis, wenn ich ich hiermit feierlich erkläre: Die SPD wird in vier Jahren wieder voll da sein!

Warum ich so etwas in die weite Welt hinaus posaune? Ganz einfach, weil dieses Land auch in vier Jahren noch keine brauchbare Alternative zur SPD entwickelt haben wird. Als Anfang der 1980er Jahre die Grünen kamen, dachten einige: “Oh mein Gott, die werden der SPD aber zusetzen”. Und als vor wenigen Jahren die PDS mit einer einmaligen Marketingkampagne zur blütenweißen “Die Linke” wurde, ja da waren sie alle wieder da, die professionellen “Befürchter”. Jetzt, ein paar Tage nach der Bundestagswahl 2009 haben diese Befürchter natürlich gehörig Oberwasser.

Momentan ist die SPD in einem Loch, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes etwas kopflos. Daran wird sich vermutlich auch nach dem Parteitag im November nicht viel ändern. Im Verlaufe der nächsten zwei Jahre werden einige Köpfe in dieser Partei von rechts nach links und von links nach rechts kullern. Nur wer jetzt die Nerven behält und nicht gleich auf einen der verlockend nahen Posten schielt, hat vermutlich eine Chance langfristig und mit ausreichend Rückenwind in dieser Partei lange oben schwimmen zu dürfen.

Andere Parteien werden der alten Dame SPD sogar Starthilfe geben. Mal ehrlich, welche Partei hat denn in diesem Land genug Fleisch am Allerwertesten, um ihre Visionen tatsächlich umsetzen zu können? Wer heute glaubt, dass CDU und FDP in diesem Land eine Reformkraft darstellen, kann auch gleich daran glauben, dass die Linke in vier Jahren genug Intelligenz angestaut hat, um eine regierend Kraft werden zu können. Keine der genannten Parteien (Verzeichung ich vergaß die Grünen) kann in diesen verändernden Zeiten alleine etwas bewegen und schon gar nicht ohne auf ihre größte Gruppe von Wählern – die Arbeitnehmer – (ja, auch wir Bürotypen) zu verzichten.

Ich gebe meiner Partei diese vier Jahre Zeit und ich weiß, dass sie in guter alter Tradition die “Ich-Menschen” aus ihrer Mitte verdrängen wird um den “Wir-Menschen” eine neue Chance zu geben. Es geht um die Gemeinsamkeit, um uns alle und wir sollten uns langsam von den Ein-Mann-Shows in dieser Partei verabschieden.

Ich freue mich, in zwei Jahren das erste Mal wieder ein starkes “Wir” zu hören und die Partei-Egozentriker in die Wirtschaft abschieben zu können…

Schöner Herbst 2009

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Heute morgen war dann doch alles wieder im Lot. Der Herbst kann ja doch schön sein. War ja gar nicht so gemeint gestern! Nur, wenn das Wetter so richtig feucht und kalt ist, dann schlägt das eben voll aufs Gemüt. Geht ja nicht nur mir so. Meine Kollegen laufen auch ‘rum als würde demnächst die Welt untergehen. Es ist eben immer der Herbstanfang der einen so massiv schockt. Eben hast du noch die Shorts an und glaubst im “Endless Summer” zu leben und dann das! Nebel, farbiges Blattwerk, griesgrämige Kollegen und ein mehr als beschissenes Fernsehprogramm. Kleiner Tipp: Geht in die Äpfel! Das mache ich in den nächsten Tagen mit meiner Frau auch. Diese Herbst-Äpfel schmecken nie wieder so gut, wie direkt vom Baum geklaut. Ehrlich, wenn ihr die süß-sauren Kugeln später vernascht haben die Dinger einfach einen anderen Geschmack.

Haut rein! Und genießt den Herbst – ich mach’s ja auch…

Scheiß Herbst!

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Entschuldigung! Ich weiß, dass ich solche Worte eigentlich nicht nutzen darf aber mein alter Tutor hat einst von Kraftausdrücken gesprochen. Er war der festen Überzeugung, dass mit Kraftausdrücken der Leser schnell an einen Artikel gebunden werden kann. Ja! Dann ist das eben so! Verdammt noch mal! Scheiß Herbst!!!

Wer hat dieses Wetter denn bitteschön bestellt? Ich musste heute mit einigen Kollegen in dieser kalten Brühe stehen und die feuchte Kippe durchziehen. Das ist nicht schön, nee das ist alles andere als schön. Aber vermutlich muss es diese Jahreszeit geben. Es hat eine ganz eigene Dramaturgie und natürlich freue ich mich in sechs Monaten tierisch auf die ersten warmen Sonnenstrahlen. Bis dahin muss ich allerdings mit Lichtarmut, Kälte und einem sehr feuchten Klima leben. Da ich dieses Blog mit dem heutigen Tage umgebaut habe (man könnte auch sagen, es wurde in erheblichem Maße entschärft), will ich jetzt schon vorwarnen. Wenn die Tage kürzer werden und mein Geburtstag naht, werde ich immer etwas härter im Ausdruck.

Das wird sich wieder ändern! Spätestens, wenn der Frühling naht :)